NYC Aquarium und Brighton Beach

Christian und Cecilia waren heute im NYC Aquarium (ein tanzender Seelöwe! 4D Kino mit wackelnden Sitzen und Hagel und Seifenblasen!) und am Brighton Beach. Das ist ganz in der Nähe von Coney Island nur ohne Rummel und dafür mit romantischer Natur im Hintergrund.

MoMa und Rockefeller Center

 

Ja, also der Educationcenter ist MoMa echt gut, ansonsten hätten wir das auslassen können, war natürlich viel zu voll. Cecilia ist von dem Kinder-Audioguide so begeistert, dass wir uns die 5. Etage mit seinen Berühmtheiten gegeben haben. Hatte das Gefühl, es könnte gleich eine Massenpanik ausbrechen.

Während Christian eine zweite Runde mit Cecilia im MoMa bastelt, mach ich noch einen Abstecher zum Flat Iron Building, ich find es einfach schön. Es ist eines der ersten in Skelettbauweise errichteten Gebäude und für mich Inbegriff der New Yorker Architektur aus dieser Zeit. Egal wie viel Leute da rumstehen und es auch ankucken.
Anscheinend sind durch das spitz zulaufenden Gebäude die aerodynamischen Bedingungen so ideal, dass in der 50er Jahren (Petticoats!) Männer regelmäßig von der Polizei das Platzes verwiesen werden mussten, lustig!

Abends sind wir dann noch auf die Plattform des Rockefellercenters – und ja, surprise surprise, es waren auch noch ein paar andere da. Abgesehen davon, dass ich jetzt weiß wie sich Hühner fühlen, wenn sie nur nochmal kurz einen Blick auf den Kompost werfen wollen und vom Bauer verscheucht werden, weil sie den Hühnerstrom aufhalten, fürs Runterkucken hat es sich gelohnt.

Basteltag

 

Heute haben wir eine Art New Yorker boesner gefunden, gleich hier um die Ecke. Den ganzen Tag wurde gebastelt, gedichtet und gezeichnet – auch mal schön!

Auf dem Rückweg vom boesner sind wir an einem Garten vorbeigekommen und haben gelbe Gurken, Thymian und roten Mangold geschenkt bekommen. Hier kann jeder der irgendwo eine ungenutzte Grünfläche ausmacht, die der Stadt gehört, gärtnern. New York (GreenThumb) sponsert pädagogisches Personal, Erde und Samen. Da kann Berlin mit seinen paar ums Überleben kämpfenden Garteninitiativen echt einpacken: hier gibt es schon über 600 solche Gärten überall in der ganzen Stadt verteilt.

Cecilia hat übrigens eine neue stylische Swatch bekommen, mit der sie uns in regelmäßigen Abständen über die scheinbar immer schneller verrinnende Zeit hier in New York informiert und mit sorgfältig berechneten Ansagen wie „es ist 67 Minuten nach 11“ verzückt!

Freibad & Katzencafé (Lower Eastside)

 

Heute darf Cecilia bestimmen was wir machen – den ganzen Tag! Das sieht dann so aus: erstmal basteln bis mittags, dann gehen wir ins Freibad, dann Katzencafé, und ALLES mit Mama. Christian darf knipsen gehen…

Nach dem Basteln fahren wir mit mit Badezeug und Vorhängeschloss gewappnet mit der Subway J nach Essex und laufen dort gemütlich zum Freibad. Sobald ich in Manhattan bin, komme ich mir vor, wie in einer riesigen Maschine. Nicht unangenehm, aber allein der andauernde Lärmpegel und die Bandbreite der Geräusche – schon wirklich beeindruckend. Im Freibad erklären uns die beiden Einlass-Security-Damen, dass unser Vorhängeschloss seit diesem Tag nicht mehr als sicher anerkannt wird und wir deshalb leider nicht da rein dürfen. Wo man ein neues Schloss kaufen kann, wissen sie nicht.

Erstmal gehen wir ins Japanische Katzencafé Koneko. Dort darf Cecilia unüberschaubar viele Katzen, die in verschiedenen Hinterzimmern und -höfen dekorativ faulenzen, für gefühlte 2,50 $ pro Streichelbewegung lieb haben. Vorher muss sie sich noch desinfizieren und weiße Frottéebadeschuhe, die es sogar auch in ihrer Größe gibt, anziehen. Die Hinterhofwand wurde mit asiatischen Streetartbildern bunt gemacht, ansonsten sieht es wie ein sehr gut aufgeräumter Kindergarten aus.

Ich habe mir im vorderen Bereich, in dem man zwar auch viel Geld ausgeben aber keine Katzen streicheln darf, einen Kaffee bestellt, Cecilia kann mich durch die Glaswand sehen. Alle paar Minuten kommen – meistens Paare – völlig beseelt heraus und haben offenbar eine tolle Zeit gehabt da drin.

Anschließend gehen wir auf Vorhängeschloss-Suche. Ich sehe überall Vorhängeschlösser, jeder Ladeneingang ist mit einem solchen ausgestattet, nur zu kaufen gibts die scheinbar nirgends – irgendwann werden wir fündig. Cecilia ist happy, eigentlich ist es garnicht so schlimm voll hier wie ich dachte. Nur Fotos darf man keine machen leider. Am Ende wird noch an den Stangen geturnt, Cecilia hat schon richtige Schwielen an den Händen – dann fahren wir nach Hause. Volle Subway, wie immer Abends, macht uns gar nichts mehr aus!

Galerienhopping, Metropolitan Museum & Museum of the Moving Image

Nachdem ich Emilias Flyer in der Rudolf Steiner School Manhattan vorbeigebracht habe, habe ich mich durch die vielen Galerien an der Madison Avenue treiben lassen. Bei einigen muss man klingeln, viele befinden sich in den oberen Stockwerken. Schöne ruhige Atmosphäre, kaum einer da. Schwere schwarze Limousinen fahren hier vor. Die Fahrer warten vor dem Eingang, bis die Sammlerpaare ihre Millionendollarentscheidungen getroffen haben. Gagosian Gallery: Ed Ruscha, Damien Hirst, Marbara Mathes Gallery: Adnan / Summerskies, Higher Pictures: D`Angelo Lovell Williams): herzzerreissende Schmetterlingspracht in flüssigem Gold von Damien Hirst.

Schräg gegenüber gehts ins Met Breuer, ein ziemlich dunkler, nach unten sich verjüngender Kubus, die Oberflächen mit den kleinen Kieselsteinen im Waschbeton erinnern mich an die Deutsche Oper in Berlin.  Die bunten Keramiktürme von Ettore Sotsass (Met Breuer) sind genial  – ich konnte garnicht genug davon bekommen!

Anschließend bin ich im Metropolitan Museum noch ein paar Stunden durch die letzten Jahrtausende im geschwebt. Und – was für ein Zufall: die Kirche von Germerolda von Feininger hängt hier: genau dort bin ich letztes Jahr auf meiner Fahrradtour in Thüringen vorbeigefahren.

 

Christian und Cecilia besuchten derweil das Museum of the Moving Image in Queens, in dem nicht nur viel über Jim Henson, den Macher der Sesame Street und der Muppet Show zu erfahren war. Die beiden waren hin und weg! Und – wir haben einen neuen Reisebegleiter: ELMO.

Museum of Natural History

 

Heute – es regnet nonstop und in Strömen – entscheiden wir uns fürs Museum of Natural History. Die Schlange, die sich wie Cecilias kirchliche Bastelvorlage für den Würfel um das riesige Gebäude wickelt, löst bei mir akute Panik aus: nichts ist schlimmer als hinter Menschentrauben vor Exponaten stehen. Bevor die Stimmung kippt, verlasse ich die beiden.

Mit schlechtem Gewissen und ohne Regenschirm verlaufe ich mich im Central Park auf dem Weg ins Metropolitan Museum (auch hier: grässliche Schlange) und flüchte dann zu barnes&nobles. Immerhin: ein paar gute Bücher entdeckt, heißen Tee und den tollen Ausblick auf den Union Square genossen.

Die beiden hatten entgegen meiner Befürchtungen eine tolle Zeit und Cecilia meinte: „da drin war es überhaupt nicht mehr voll, das riesige Museum hat die ganzen Menschen einfach verschluckt!“.

Brooklyn Botanical Garden

 

Gestern, Sonntag sind wir nach dem Hängematten – Nickerchen und nicht enden wollendem Bastel-Gelage (Oiticica Collagen!) dann doch noch in den Brooklyn Botanical Garden, haben uns auf der Suche nach der fleischfressenden Pflanze (gibts leider nur in der Nursery, nicht offen für Besucher) alle in die Mimosa Pudica verliebt und die Holz-Skulpturen von ? bewundert.

Komplett erledigt gönnen wir uns noch ein leckeres Stück American Pizza beim Fiazza um die Ecke und laufen gemütlich nach Hause.

Die Betreiberinnen einer Bushwicker Nursery werben um Cecilia (hey, do you need a nursery?) und ein Vietnam-Veteran, der auf dem Rückweg von seinem Einsatz damals einen Monat lang in Kaiserslautern untergebracht war, erklärt uns sein ongoing Sommercamp mit Bibelschwerpunkt.

Überhaupt – auch auffallend: die relativ hohe Kirchendichte hier in Bushwick. Cecilias Kommentar dazu: die Kreuze seien die perfekte Bastelvorlage für einen Würfel, man müsse den langen Teil nur ein paar mal drumrumwickeln, dann passts!

Ab ins Freibad – und nochmal: Whitney Museum for Modern Art

 

Während Christian und Cecilia mit Vorhängeschloss (braucht man hier, um ins Freibad zu kommen!) schwimmen gehen, tauche ich ab in die New Yorker Schwulenszene der 70er Jahre: die erste große Retrospektive mit Arbeiten von Hélio Oiticica . In Hängematten schaukle ich zu Jimi Hendrix` exzessiven Gitarrensoli (einer seiner Idole), und stelle mir vor, seine partizipative Installation, die er sich für den Central Park ausgedacht hat (hat nicht genug Förderer gefunden), wäre Wirklichkeit geworden. Unglaublich schön: die von der Decke hängende große Installation, eine Trauerarbeit für seinen verstorbenen Freund. Hier eine Besprechung zur Ausstellung aus dem New Yorker. In der Dauerausstellung: magic Edward Hopper und viele andere – toll wars! Ging als eine der letzten, an der Garderobe ein einsamer Hut mit Mantel, musste an Dich denken, Lisa!

Abends treffen wir uns in Williamsburg, finden ein very charming Restaurant mit Terrasse (das uns an vorletzten Sommer in Lissabon erinnert) und werfen lange Schatten auf den Heimweg. Christian zieht weiter, bummelt nach Greenpoint und geht noch auf ein Metal-Konzert.

Was in der Park Avenue verpönt und sogar verboten ist (ich habe Schilder gesehen!) gehört in unserer Straße in Bushwick (Jefferson Street) dazu: viele Treppen und Vorgärten der typischen Brownstones sind illustre Schauplätze abendlicher Gelage. Wir durchqueren dichte süße Rauchschwaden, Kinder tanzen bis spät in die Nacht auf den Straßen.

In Bushwick fällt außerdem auf: es gibt viele leerstehende Garagen und Brachflächen aber auch schicke Neubauten – scheint ziemlich im Wandel zu sein hier. Eine einfache Wohnung mit zwei Schlafzimmern (wie unsere) kostet hier trotzdem schon um die 2500 $ pro Monat.

New Museum und East Village

 

Während Christian sich mit einem Galeristen trifft, machen wir uns auf den Weg ins New Museum. Wir schaffen es zwar nur durch eine der insgesamt vier Ausstellungen (Carol Rama) zusammen, dafür entsteht ein schönes Portrait von Cecilia. Anschließend Zirkusaufführung auf dem Spielplatz, dann gehen die beiden nach Hause und  ich lass mich Abends noch durchs Eastvillage treiben. Viel los, Galerien, Partyvolk, Junkies, interessante Läden, Ateliers…

Umzug nach Bushwick

 

Gestern sind wir nach Bushwick umgezogen, vorbei das Palastleben! Wir haben jetzt nur noch ein Zimmer, dafür aber eine große Terrasse mit Hängematte. Und eine sehr schöne schwarze Katze ohne Namen, die morgens healthy und abends junk food in Dosen bekommt. Ganz anders hier, aber auch wieder hauptsächlich von Hispanics bewohnt. Bei unserem ersten Kiezbummel kommen wir mit einer Inderin, die gerade eine Riesentomate in ihrem Vorgarten erntet, ins Gespräch. Dann gehen wir noch lecker essen, bei lauter Musik und von Cherrytomaten umgeben, die auf dem Terrassengeländer wachsen.